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Spektrum Shake-speare

Neue Bücher 165 Versepos Venus und Adonis 1593 für sich selber erfunden hat, ein Pseud- onym war – und einige werde es nie einsehen. Es ist nicht immer leicht, die Bedeutung eines Pseudonyms zu erkennen, selbst dann nicht, wenn die Schriftsteller nur die einfachsten Vorsichtsmaßnahmen getroffen ha- ben. Im hier zu betrachtenden Fall ist es noch weitaus schlimmer. Als 30 Jahre später die gesammelten Theaterstücke dieses Dichters als Shakes- peares First Folio veröffentlicht wurden (1623), hatte jemand den – nicht unbedingt originellen – Einfall, eine Scheinfigur für ihn aufzustellen, ver- sehen mitAndeutungen, dass das Pseudonym eine bekannte andere reale Person verberge. Diese Vorgehensweise geht höchstwahrscheinlich auf diejenigen zurück, die sich auch die Veröffentlichung des großen Werks vorgenommen hatten. Sehr geschickt verwendeten sie als Scheinfigur den Schauspieler und Geschäftsmann aus Stratford upon Avon, dessen Name sehr ähnlich zu «Shakespeare» war – William Shakspere –, der aber, da bereits verstorben, nichts dagegen unternehmen konnte. In einer Zeit, in der es für bestimmte Personenkreise als ungehörig ange- sehen wurde, Dramen zu schreiben, und dies vielleicht sogar gefährlich war, bestand natürlich die Absicht, die Identität des wahren Autors dau- erhaft zu verhüllen. Schriftsteller, die politische, religiöse oder auch per- sönliche Angelegenheiten berührten, gingen ein hohes Risiko ein, so wie Ben Jonson und andere, die ins Gefängnis kamen. Der Trick, der ange- wendet wurde, um die Identität dieses William Shakspere zu der des Dichters Shakespeare zu machen, wird im Kapitel 13 behandelt. Im Kapi- tel 15 wird gezeigt werden, woher wir wissen, dass William Shakspere nie- mals «Shakespeare» war und dass das zu seinen Lebzeiten auch niemals von ihm angenommen wurde. Die Auswechselung von Shakespeare, die auf der Aneignung der Identi- tät eines unschuldigen Mannes beruht und über viele Generationen von Forschern unterstützt worden ist, hat heute zu dem weitverbreiteten My- thos geführt, dass William Shakspere aus Stratford «Shakespeare» hieß, was aber falsch ist, und dass er hervorragende Dramen und Gedichte un- ter seinem Namen geschrieben habe, obwohl er in Wirklichkeit über- haupt gar nichts geschrieben hat. Die Unterstützung dieser «orthodoxen» Sicht von Shakespeare über viele Jahrhunderte führte zu dem Ergebnis, dass es vielen schwerfällt anzuerkennen, dass sie das Opfer eines ge- schickten Betrugs gewesen sind.

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